Meine Australien-Impressionen
Meine Australien-Impressionen

Recherchen

Als Romanautor verfolge ich die spektakulären Kriminalfälle in Australien.

Dabei lasse ich mich gerne durch Zeilen wie diese inspirieren:

 

 „30.000 Menschen werden jedes Jahr in Australien als vermisst gemeldet. 90 % von ihnen werden innerhalb eines Monats wieder gefunden. Einige werden nie wieder gesehen.“

                                                                                   Vorspann im australischen Horrorfilm "Wolfscreek"

 

Oder auch von Storys, wie dieser:

 

In dem Film Backlands gerät eine deutsche Abiturientin in Australien in einen gefährlichen Strudel von Gewalt und Lügen. Ein verstecktes Drogen-Paket und zwielichtige Reisebekanntschaften bieten den dramatische Stoff.

 

Bei den Recherchen achte ich auf die Authentizität. Alle meine Geschichten sollen der Wahrheit entsprechen! 

 

<< Neues Textfeld >>

 

Als Recherche-Tools nutze ich zunächst Suchmaschinen, wie Google, Yahoo und Wikipedia.

Stellt sich eine Nachricht als 'lohnenswert' heraus, prüfe ich eine zweite Quelle in den Archiven

der australischen Tageszeitungen. Dabei sind die gerade die Regionalzeitungen äußerst ergiebig.

Weitere Prüfquellen sind die Archive der australischen Bibliotheken und Behörden.

Bei älteren Fällen erweist sich Trove.au immer wieder als Schatztruhe.

 

Hier einige Beispiele australischer Kriminalfälle:

Lesen Sie bitte auch meine Recherchen zur Australien-Trilogie Teile 2 & 3!

 

 

Falls Sie sich bewerben wollen: Turi2 12. Dezember 2017

Australien sucht Geheimagenten per Online-Spiel

Der australische Geheimdienst sucht mit einem interaktiven Online-Spiel Nachwuchs-Spione. Die Kandi-daten müssen z.B. in einer Menschenmenge einzelne Gesichter erkennen oder Informationen aus einem Stimmengewirr herausfiltern. Wer besteht, bekommt einen Code, um sich als echter Geheimagent zu bewerben - sofern er sein Testergebnis nicht vorher in sozialen Medien postet und sich noch vor der Einstellung selbst enttarnt. - Quelle: mashable.com

 

Rekordbelohnung für Aufklärung von Morden

Um die Morde an sechs Frauen aus Melbourne in den 1980er Jahren endlich aufzuklären, hat die australische Polizei Belohnungen mit einer Rekordgesamthöhe von bis zu sechs Millionen australischen Dollar (3,98 Mio. Euro) ausgesetzt. Für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters oder der Täter führen, will die Polizei im südlichen Bundesstaat Victoria pro Fall eine Million australische Dollar zahlen, wie sie heute mitteilte. Das sei die höchste Belohnung, die sie jemals ausgesetzt habe, erklärte die Polizei von Victoria. Die sechs Frauen im Alter zwischen 14 und 73 Jahren waren innerhalb von 18 Monaten in den Jahren 1980 und 1981 verschwunden, als sie rund um Melbourne zu Fuß unterwegs waren. Ihre Leichen wurden im Buschland an unterschiedlichen Orten rund um Melbourne gefunden. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die Morde von unterschiedlichen Tätern begangen wurden. Quelle: ORF.at - 22.10.2017

 

 

Am 19. 10. 2017 mailt mir ein Kollege diese Meldung aus 'Sputniknews':

 

„Die Australian Security Intelligence Organisation (ASIO) hat nach eigenen Angaben ein erhöhtes Interesse von Geheimdiensten anderer Länder für Canberra festgestellt. Dies berichtet die Tageszeitung „Sydney Morning Herald“. Im Jahresbericht stellte der ASIO-Chef Duncan Lewis fest, dass die Organisation eine gestiegene Zahl von Fällen registriert habe, wo ausländische Spionen wichtige staatliche oder unter-nehmensinterne Information zu stehlen versucht haben sollen. Geheimdienste sollen zudem gar versucht haben, Meinungen der australischen Gesellschaft, der Massenmedien und Staatsbeamten zu sammeln, um eigene politische Ziele zu fördern, so Lewis weiter.

Zuvor hatte Peking australische Behörden der Spionage auf chinesischem Territorium sowie der Bespitzelung von chinesischen Staatsbürgern in Australien beschuldigt.

 

Spionage und Geheimdienste sind eigentlich nicht mein Thema. Da ich aber kürzlich den Artikel in der ZEIT Fake-News made in Russia gelesen habe, lese ich den Bericht im Sydney Morning Herald:  

ASIO warns of overwhelming level of 'harmful' foreign spying threats: Domestic intelligence agency ASIO says it has not been able to keep up with the growing level of "harmful espionage and foreign interference" operations being carried out in Australia, which have sought to steal sensitive government and corporate information and covertly influence public debate ...

 

Dieser Bericht bestätigt also Sputniknews. Daher lese ich auch den SMH-Artikel vom 7. Oktober:

One of Australia's biggest political donors, who rubbed shoulders with serving and former prime ministers, has been accused of engaging in clandestine activities to "advance the interests of the People's Republic of China". The allegations involving Chau Chak Wing, an Australian citizen who has also donated $45 million to Australian universities, are detailed in a defamation case in the Federal Court. Mr Chau launched the defamation action against Fairfax Media and ABC's Four Corners after a series of stories that showed the Chinese-born property billionaire was a key member of Chinese propaganda organisations in Australia, and that ASIO had warned political parties about their associations with him ... ???

 

Spionage und Gegenspionage? … Ich sag’s doch: Geheimdienst-Themen sind nicht mein Ding!

 

 

DerStandard – 12. Oktober 2017

Hacker stehlen sensible Daten der australischen Rüstungsindustrie

Bei einem Cyber-Angriff in Australien haben unbekannte Hacker sensible Daten zum Tarnkappenjäger F-35 und zu anderen Rüstungsprojekten entwendet. Für den Angriff auf die Rechner eines Subunternehmens hätten die Hacker ein Programm genutzt, das häufig von chinesischen Cyberkriminellen eingesetzt werde, gab die australische Cybersicherheitsbehörde ASD bekannt. Auch Daten zu Marineschiffen und Über-wachungsfliegern seien betroffen. Der Hackerangriff sei bereits im Juli vergangenen Jahres erfolgt, berichtet die Technologie-Website ZDNet Australia. Allerdings sei das ASD erst im November darauf aufmerksam geworden. Unter den erbeuteten Daten seien Informationen zu der neuesten Generation von US-Kampfflie-gern, hoch entwickelten Marine-Aufklärungsbooten und modernen Überwachungsflugzeugen, wie ein Sprecher des ASD erklärte. Australiens Rüstungsminister Christopher Pyne gab eine Teil-Entwarnung. Die entwendeten Informationen stünden "nicht unter Verschluss" und stellten in keiner Weise eine Gefahr für das Militär dar, sagte er in Adelaide. Zu den möglichen Urhebern der Tat wollte Pyne sich nicht äußern. In Australien hat sich die Anzahl von Cyberangriffen im vergangenen Jahr um 15 Prozent erhöht, wie der Vizeminister für Cybersicherheit, Dan Tehan, erst vor wenigen Tagen erklärt hatte. Zur Eindämmung der Cyberkriminalität stellt die australische Regierung laut Rüstungsminister Pyne Milliardensummen bereit.

 

DerSpiegel - 12. Oktober 2017

Australiens Polizei betrieb riesige Kinderporno-Plattform

Auf der Onlineplattform "Childs Play" tummelten sich Tausende Pädophile - und ahnten nicht,     dass die Polizei das Forum betrieb. Fast wäre die Aktion der Behörden durch Recherchen einer norwegischen Zeitung aufgeflogen.

Eine Spezialeinheit der australischen Polizei hat fast ein Jahr lang eine große Plattform mit kinderporno-grafischem Material im Darknet betrieben. Ziel der Ermittler war es, möglichst viele Informationen über die Nutzer des Forums zu sammeln.Das alles berichtet norwegische Zeitung ‚VG‘. Die Journalisten waren demnach bei ihren Recherchen selbst mit dem Thema befasst - und hatten den Betreiber der Website bei der australischen Polizei gefunden.

Als die Journalisten die Polizei konfrontierten, stellte sich heraus, dass sie mit ihrer Recherche mitten in eine streng geheime Operation vorgestoßen waren: Der ursprüngliche Betreiber der Site "Childs Play", ein Kanadier, der sich WarHead nannte, war 2016 im US-Bundesstaat Virginia festgenommen worden. Er hatte sich mit einem Forumsmitglied getroffen, um eine Vierjährige zu vergewaltigen. Die Nutzer des Forums ahnten nicht, dass der Betreiber festgenommen worden war. Und sie ahnten nicht, dass die US-Behörden den australischen Kollegen die Kontrolle über die Darknet-Plattform überlassen hatten. Das hatte einen Grund: Die australische Polizei darf bei Fahndungen Bilder posten, die Missbrauch zeigen- damit hatte die Spezial-einheit Argos Taskforce in Queensland einen Vorteil.

Denn die Nutzer der Plattform erwarteten mindestens einen Eintrag von WarHead pro Monat - mit einem kinderpornografischen Foto. So etwas würden Polizisten nicht machen, war das Kalkül. Bei einem Eintrag ohne Foto hätte jeder Nutzer gewusst, dass WarHead in Schwierigkeiten ist. Die Polizisten begannen, sich als WarHead auszugeben und luden auch Missbrauchsfotos hoch, eine ethische und juristische Gratwander-ung. Heimlich sammelten die Ermittler Informationen über Nutzer, bis die Seite 2017 offline genommen wurde. "VG" hielt seinen Bericht zurück, um die Ermittlungen nicht zu gefährden und erhielt im Gegenzug Einblick in die Ermittlungen.

Gegründet im April 2016, waren bis zur Schließung der Plattform mehr als eine Million Nutzer registriert. Rund hundert sollen Kindesmissbrauch gefilmt und Videos sowie Fotos geteilt haben. Argos-Leiter Jon Rouse sagte, die Aktion habe weltweit Kinder gerettet und zur Festnahme Krimineller geführt. Die Aktion brachte der Polizei die Identitäten Hunderter Personen in aller Welt ein, die auf "Childs Play" aktiv waren. Die beiden Männer, die sich zur Vergewaltigung der Vierjährigen verabredet hatten, wurden deswegen schon zu lebenslanger Haft verurteilt.

 

Die Welt – 9. Oktober 2017

Deutscher Rucksacktourist in Australien erstochen

Ein Streit auf offener Straße endete für einen deutschen Touristen in Australien tödlich. Der Mann aus Gütersloh war gerade zu Fuß unterwegs, als er mit einem Autofahrer aneinandergeriet. Der packte ein Messer aus.

Ein deutscher Rucksacktourist ist in Australien erstochen worden. Die Ermittler werfen einem 33-jährigen Austra-lier Mord vor – er soll an diesem Montag vor Gericht erscheinen. Die Tat ereignete sich am Freitagmorgen auf einer Straße in Brisbane. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP unter Berufung auf die Polizei berichtete, hatte der 30-jährige Deutsche aus Gütersloh gemeinsam mit einem Freund eine Straße in der Nähe seines Hostels überqueren wollen. Dabei sei es zum verbalen Streit mit dem Australier gekommen, der mit einer Frau in einem Auto unterwegs gewesen sei. Der 33-Jährige soll dem Deutschen mit einem Messer mehrfach in Bauch und Rücken gestochen haben. Wenige Stunden später starb das Opfer demnach in einem Krankenhaus.Der mutmaßliche Täter floh laut AAP zunächst mit dem Auto. Er wurde am Samstag festgenommen. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Meter entfernt von einem beliebten Zentrum für Backpacker in Brisbane. Hier befinden sich ein halbes Dutzend günstige Hostels und Hotels.

Der Vater des Getöteten sagte dem „Westfalen-Blatt“, sein Sohn sei im Februar zusammen mit einem Freund nach Australien gereist, um dort ein Jahr „Work and Travel“ zu machen. „Die beiden haben schon in einer Goldmine gearbeitet und als Kellner gejobbt.“ Im Februar 2018 hätten sie zurück nach Deutschland kommen wollen. Nach Angaben des Freundes habe es mit dem Täter zunächst einen verbalen Streit gegeben. „Dann sagte er, er habe ein Messer und holte es aus seinem Auto.“ Als sein Sohn gesagt habe, er habe keine Angst, habe der Mann nach Anga-ben des Freundes sofort zugestochen. Der Gütersloher sagte, sein Sohn werde am Montag obduziert. Anschließend wolle die deutsche Botschaft die Überführung nach Deutschland organisieren. Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland und die drittgrößte Stadt Australiens. Zuletzt sorgte ein Kriminalfall vor einem Jahr hierzulande für Schlagzeilen. Damals tötete ein Mann eine 21-jährige deutsche Backpackerin in ihrem Hostel.

 

Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen. Doch eine kleine Korrektur sei erlaubt: Bei dem Fall vor einem Jahr (siehe unten) handelte es sich um eine britische Staatsangehörige. Daher lese ich auch die Zusatzinformationen in den Kommentaren zu dem WELT-Artikel:

 

„Es geschah am frühen Morgen um 4 Uhr. Da laufen auch bei uns die durch nächtlichen Lärm und Alkohol aufgeheizt-orientierungslosen I.... herum.“

„Mit etwas Recherche bei den Australischen Zeitungen lassen sich eine Menge Fotos und ein Video vom Täter finden. Nach "Lockrose man" suchen.“

 

Mache ich doch: News.co

"...An 18-year-old German man who just arrived in Australia said he didn’t know the stabbing victim personally but felt “connected” to the seemingly random attack. “It makes you think it could really have been anyone. He was just unlucky to be there at that time,” he said..."

 

 

Nach einem Massaker mit 35 Toten verschärfte Australien 1999 die Waffengesetze.            In Amerika sterben zehnmal so viele Menschen durch Schusswaffen wie in Australien ...

 ... anlässlich des Las-Vegas-Attentats ein informativer Bericht von Patrick Zoll in der NZZ am 4.10.2017 

 

Der Ort und das Datum sind ins kollektive Gedächtnis Australiens eingebrannt: Port Arthur, 28. April 1996. An dem Tag vor 21 Jahren lief der 28-jährige Martin Bryant auf Tasmanien Amok. Zuerst schoss er auf Besucher einer historischen Strafkolonie, dann verschanzte er sich mit Geiseln in einem Guesthouse. Erst nach vielen Stunden konnte ihn die Polizei überwältigen. 35 Personen verloren ihr Leben, 18 wurden verletzt. Es ist bis heute der schwerwiegendste Amoklauf der australischen Geschichte.

Die Politik reagierte umgehend. Bereits zwölf Tage nach der Tat wurde das National Firearms Agreement   verabschiedet. Die Zentralregierung in Canberra und die Regierungen der acht Teilstaaten und Territo-rien einigten sich in Rekordzeit darauf, die Waffengesetze zu verschärfen. Die Auflagen für eine Lizenz für den Erwerb und den Besitz von Schusswaffen wurden verschärft, alle Schusswaffen mussten registriert werden, und automatische sowie halbautomatische Waffen wurden komplett verboten. Wer eine Schuss-waffe besass, die durch diese neuen Gesetze illegal wurde, konnte diese zum Marktpreis dem Staat ver-kaufen. So wurden 650 000 Stück aus dem Verkehr gezogen und zerstört.

Heute ist in Australien der Weg zum legalen Schusswaffenbesitz lang und kompliziert. Wer eine Lizenz beantragt, muss mindestens 18 Jahre alt sein, einen guten Leumund vorweisen und ein obligatorisches Sicherheitstraining absolvieren. Für jeden Waffenkauf, der wiederum nur bei lizenzierten Händlern getätigt werden darf, braucht es erneut eine Bewilligung der Polizei. Diese hat vier Wochen Zeit, den Antragsteller zu überprüfen. Wer je wegen häuslicher Gewalt auffällig wurde, dem wird der Waffenschein verweigert oder entzogen. Schusswaffen müssen in speziell gesicherten Schränken aufbewahrt werden, die Munition separat. Als legitime Gründe für den Besitz gelten Schiesssport und Jagd, nicht aber Selbst-verteidigung. Illegaler Besitz kann mit bis zu vierzehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

Auf den ersten Blick sind die Resultate dieser Massnahmen beeindruckend. Kamen 1996 noch 516 Perso-nen durch Schusswaffen ums Leben – sei es durch Morde, Unfälle oder Suizide –, so waren es 2015 nur noch 211 - also 60 Prozent weniger. Seit 1996 ist es zu keinem Amoklauf mit mehr als fünf Toten mehr gekommen. Im Verhältnis zur Bevölkerung beträgt die Zahl der Menschen, die in Australien durch Waffengewalt sterben, ein Zehntel der Opfer in den USA ...

 

Mia Ayliffe-Chung auf Facebook

Diese Schlagzeile schreckt mich auf:

 

DieWelt.de – 14. Juli 2017 - von Barbara Barkhausen, Sydney

Touristin ermordet – Mutter warnt vor Australien

Working Holiday in Australien, für viele ein Traum. Die junge Britin Mia wurde bei der Arbeit auf einer Farm getötet. Ihre Mutter warnt jetzt andere Touristen: Die Bedingungen seien inakzeptabel…

Diesen Tag wird auch ihre Mutter Rosie Ayliffe nicht vergessen. Sie hatte kurz zuvor noch mit ihrer Tochter telefoniert. Doch wenige Stunden später klingelte die Polizei bei ihr an der Tür – 15.000 Kilometer von Australien entfernt in Großbritannien – und überbrachte die Nachricht, dass ihre Tochter bei einem Messerangriff getötet worden sei. Ein Jahr hatte sie Mia zu dem Zeitpunkt nicht gesehen. So lange war die 20-Jährige bereits in Australien. Ihr gefiel es so gut, dass sie ein zweites Jahr bleiben wollte – doch um das Visum zu verlängern, musste die junge Britin 88 Tage auf einer Farm arbeiten. Home Hill, wo ein junger, wohl psychisch schwer erkrankter Franzose die 20-Jährige und den Briten Tom Jackson, der ihr zu Hilfe eilte, schließlich mit einem Messer brutal ermorden sollte, wurde auch vor dem Blutbad schon oft „Hell Hill“, also „Höllenhügel“, genannt. Rosie Ayliffe, die trauernde Mutter der getöteten Britin, stieß erst nach dem Tod ihrer Tochter auf das Ausmaß der Ausbeutung und teilweise Misshandlung junger Rucksackreisender. In einer Dokumentation im australischen Fernsehen berichtete sie, wie sich etliche andere Reisende nach dem Tod ihrer Tochter mit ihren Geschichten an sie gewandt hätten. Denen will sie nun mit einem offenen Brief und einer Petition an den australischen Premierminister Gehör verschaffen. Ihre Tochter soll nicht umsonst gestorben sein ..." Die Mutter schildert  die Lebensbedingungen australischer Backpacker – bis hin zu finanzieller und sexueller Ausbeute … 

 

Der Artikel wird rege kommentiert: „Interessanter Artikel, ich verstehe allerdings nicht, was der Mord und die Lebensbedingungen miteinander zu tun haben. Was die Bedingungen angeht, Australien ist ein Rechts-staat, wer sich ausgebeutet oder misshandelt fühlt, sollte zur Polizei gehen.“

„Mit Australien hat das nichts, aber gar nichts zu tun. In diesem Bericht fehlen wesentliche Informationen. Das Schicksal der jungen Frau hätte sie genauso auch hier ereilen können...“

„Seltsam wie das Auslassen eines wichtigen Faktes über den Täter die Geschichte verwandelt...“

 

Nachdem ich den Artikel auch in meiner Heimatzeitung finde, starte ich die Suchmaschine!

Im britischen Mirror lese ich: Mia Ayliffre-Chung war 21 Jahre alt, als sie von einem Franzosen erstochen wurde. Nach der Tat rief der Mörder ‚Allahu Akbar‘ … Mia und der 30jährige Tom Jackson wurden in einem Hostel nahe Townsville / Queensland attackiert. – also nicht 'auf einer Farm bei der Arbeit'!

Im Mirror  erfahre ich ebenso, dass die Mutter von Mia den amerikanischen Präsidenten  beschuldigte, den Tod ihrer Tochter zu missbrauchen: „The mum of a murdered British backpacker has slammed Donald Trump for falsely calling her death a 'terror attack'.“

Und in einem ABC-Interview (Austalian Broadcasting Cooperation) kündigte die Mutter an: „Mia Ayliffe-Chung’s mum wants daughter’s ashes scattered around the world … she will give vials of her daughter’s ashes to loved ones to scatter around the world so she can “visit places she hasn’t visited yet”.

 

Die australische Lokalpresse berichtet nach der Tat über schlüpfrige Details (auf die veröffentlichten Bilder der jungen Frau als Bardame verzichte ich aus Pietät):     ... English woman Mia Ayliffe-Chung, 21, a waitress at The Bedroom nightclub in Surfers Paradise for the past six months, was killed in a frenzied attack at a backpackers hostel. Witnesses reported a 29-year-old French national — who had been in the country since March — yelled “Allahu akbar”, or “God is Great” in Arabic, before fatally attacking the woman and critically injuring a 30-year-old British male backpacker. Miss Ayliffe-Chung had only been in Townsville for about 10 days, having gone to do rural work so she could extend her working holiday visa in Australia. Staff at The Bedroom told the Gold Coast Bulletin the UK backpacker was intent on returning to the Gold Coast and the bar after doing the required three-month fruit-picking stint to extend her visa. The Bedroom   is planning to close tonight out of respect as her shocked colleagues come to terms with her death.

 

Wikipedia (englisch/ Home Hill Stabbings) beschreibt den Fall unter Berufung auf seriöse ABC-Quellen:

On 23 August 2016, Smail Ayad (29) a French national committed a stabbing attack at a backpackers' hostel in Home Hill, Queensland, Australia. The attack caused the death of two people and a dog and left one person injured. It is alleged Ayad used the Arabic phrase "Allahu akbar" both during the attack and his arrest, and while police ruled out any links to extremism, they are still investigating whether he had a romantic interest in victim Mia Ayliffe-Chung.

Police have indicated Ayad had used cannabis on the night of the attack. Ayad also sang the French national anthem during the attack ... Ayad attacked Mia Ayliffe-Chung, his roommate as she lay in her bunk. Ayad then stabbed hostel caretaker Grant Schultz in the leg and chased the hostel's pet dog Atari around the yard stabbing the dog until it died. A second British backpacker, Tom Jackson was also attacked when he tried to help her. He died several days later ...Smail Ayad, 29, was a French national who is Muslim … Since his arrest, he has been transferred from Stuart prison to a secure mental health facility in Brisbane. The Islamic Council of Queensland criticised media reports for quickly linking use of this phrase with Islamic terrorism. On 25 August 2016, the authorities were confident the stabbings were not an act of terrorism.

 

Das tragisches Schicksal junger Menschen, die einen verwirrten Mörder trafen? - Ohne weitere Recherchen möchte ich nicht urteilen. Doch nachdenklich macht mich ein weiterer Kommentar unter dem Welt-Artikel:

„Ja, ich bin ebenfalls enttäuscht. Müssen die Leser jetzt den Job von Journalisten machen und sich die Fakten selber zusammensuchen? Wozu haben wir dann überhaupt noch Zeitungen?“

 

blaulichreport-saarland.de – 30. Juni 2017

Zielfahnder finden gesuchten Litauer in Australien

Zielfahnder des Dezernats LPP 245 spürten einen 26-Jährigen Litauer, der beschuldigt wird, im Februar 2015 an einem Raubüberfall auf ein Saarbrücker Juweliergeschäft beteiligt gewesen zu sein, in Australien auf. Nach einem Auslieferungsersuchen an die australische Justiz erfolgte die Überführung des Festgenom-menen diese Woche von Brisbane nach Frankfurt a.M. ... Am 14.02.2015 überfielen mehrere unmaskierte Männer das Juweliergeschäft Eckstein in Saarbrücken. Unter Bedrohung der Angestellten mit einer Schuss-waffe schlugen sie Vitrinen ein, erbeuteten hochwertige Uhren und verursachten einen Gesamtschaden von mehreren Hunderttausend Euro. Nach dem Überfall gelang den Tätern zunächst unerkannt die Flucht. Die Ermittlungen des Dezernats für Eigentumskriminalität (LPP 216) ergaben Hinweise, dass die Tatverdäch-tigen einer litauischen Bande angehörten, die sowohl in Deutschland als auch im Ausland gleichartige Raubüberfälle begangen hatte. Den saarländischen Ermittlern gelang es, die Täter durch nationale und europaweite Ermittlungen zu identifizieren. Dies ermöglichte die zeitnahe Festnahme der Bandenmitglieder, mit Ausnahme des Litauers. Die Mittäter sind inzwischen rechtskräftig zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden und sitzen noch ein. Der 26-Jährige aus Kaunas konnte untertauchen.

 

Diese Meldung sorgte weltweit für Schlagzeilen

hna.de - 7. März 2017 /AFP

Britische Rucksacktouristin in Australien über Wochen missbraucht

In Australien ist eine Rucksacktouristin festgehalten, miss-braucht und vergewaltigt worden - über Monate hinweg.

Der mutmaßliche 22-jährige Täter habe sein ebenfalls 22-jähriges Opfer über mehrere Wochen vergewaltigt, geschla-gen und gewürgt, teilte die Polizei mit. Bei der Touristin handelt es sich nach australischen Behördenangaben um eine Britin.  Die Frau traf ihren Peiniger nach Polizeiangaben vor drei Monaten. Beide beschlossen demnach, gemeinsam durch Australien zu reisen. Die Reise habe jedoch mit den Übergriffen des Mannes eine tragische Wendung genom-men. Die Taten flogen auf, als die Polizei die 22-Jährige am Montag bei einer Verkehrskontrolle nahe Mitchell im Hinterland des Bundesstaates Queensland stoppte. Die Frau sei offensichtlich verstört gewesen und habe Verletzungen im Gesicht gehabt, hieß es. Der mutmaßliche Täter habe sich im hinteren Teil des Autos versteckt gehalten. Er befindet sich nun in Gewahrsam und muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Australien ist bei Rucksacktouristen äußerst beliebt. Rund 600.000 Menschen reisen jedes Jahr auf diese Weise durch das Land. Anfang der 90er Jahre hatte eine Mordserie für Schlagzeilen (siehe unten)  ge-sorgt, bei der sieben Rucksacktouristen getötet wurden. Unter den Opfern waren auch drei Deutsche.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Studie des Australian Institute of Criminologie, in der

es heißt: "The British press continues to portray Australia as a country of some considerable risk to its citizens. Spectacular headlines such as Britons who see Australia and die, do little to encourage tou-rism." - Die Untersuchung stammt bereits aus dem Jahr 2005 - stimmt die Aussage noch heute? 

 

ANNA ROSA LIVA DISAPPEARANCE STILL UNDER INVESTIGATION

Am 28. November 1991 - vor 25 Jahren - verschwand die italienische Touristin Anna Rosa Liva spurlos. Die erfahrene Reisende erreichte Coober Peedy erst einen Tag zuvor. Sie wurde zuletzt an der Ecke Hutchinson- und St. Nicolasstreet gesehen ... Seitdem fehlt von Anna Rosa Liva jede Spur ... Die Polizei hat den ‚Cold Case‘ wieder aufgenommen: Für sachdienliche Hinweise wurden $200.000 ausgesetzt.

Anyone with information about her disappearance is asked to call Crime Stoppers on 1800 333 000 or report online at https://crimestopperssa.com.au/ – you can remain anonymous.

Kommt Bewegung in den Somerton Fall?

Zur Erinnerung: Am 30. Novermber 1948 wurde am Somerton Beach in Adelaide die Leiche eines Mannes gefunden, der wahr-scheinlich an einem unbekannten Gift starb. Die Herkunft und Identität des Mannes wurde bis heute nicht geklärt! Der Mann trug in der Hosentasche ein Stück Papier, auf dem die Worte Tamam Shud (beendet) standen. Die Kriminal-Experten fanden heraus: Es handelt sich um ein Wort 

aus einem Gedicht des persischen Lyrikers Omar Chayyam. Ein Zeuge meldete: Ein Buch mit dem Titel dieses Autors sei am Vorabend des Mordes in sein Auto geworfen worden. Beim letzten Gedicht in dem Buch fehlte exakt das Wort, das der unbekannte Tote in seiner Hosentasche trug. Im Bucheinband fand

sich eine handschriftliche Eintragung, deren Dekodierung bis heute nicht gelungen ist. Die South Australian Major Crime Task Force betrachtet den Fall auch nach 68 Jahren als offen!

Am 25 9. 2016 berichtet Huffington Post: Professor Derek Abbott

von der  Universität Adelaide hat jetzt mit einer nachvollziehbaren Beweiskette eine mögliche Verwandte des rätselhaften Toten gefunden – und deren DNA bringt den Mann mit einem US-Präsidenten in Verbindung! Eine Exhumierung des Toten verweigern bisher die australischen Behörden. Ich bleibe dran an dem spannenden Fall!

Das ist der spektakulärste Kriminalfall in Australien:

'Backpacker-Mörder' Ivan Milat

 

Auf serienkillers.de wird der Sohn eines Kroaten als der brutalste Mörder Australiens beschrieben: Im September 1992 entdecken Jogger im Belanglo State Forrest (auf dem Weg Sydney-Canberra) eine Leiche. Die herbeigerufenen Beamten finden 30 m entfernt einen zweiten Toten. Es handelt sich um die seit fünf Monaten vermissten britischen Rucksack-Touristinnen Caroline Clarke (21) und Joanne Walters (22), die als Erntehelferinnen arbeiten wollten. Clarke wurde 10x in den Kopf geschossen. Walters weist zehn Stichwunden auf. Ein Jahr später werden erneut zwei Leichen gefunden: Deborah Everist und ihr Freund James Gibson (beide aus Melbourne und vemisst seit 1989). Everist wurden Schädel und Kiefer gebrochen, sie weist Stichwunden auf und wurde aufgehängt. Gibson hat 8 Stichwunden. Bei der weiteren Suche findet die Polizei die Leichen von drei  Deutschen: Simone Schmidl (21), getötet durch zahlreiche Messerstiche, Gabor Neugebauer (21), getötet durch 6 Schüsse in den Kopf und scheinbar als Zielscheibe missbraucht, sowie seine Freundin Anja Habschied (20), die geköpft wurde. Neugebauer und Habschied waren nach einem Indonesien-Urlaub 1991 spontan nach Australien gereist, wo sie ihrem Mörder begegneten. 
Ivan Milat gerät ins Visier der Fahnder. Bei der Durchsuchung seines Hauses am 22.05.1994 in Eagle-vale, einem Vorort von Liverpool, werden  Campingutensilien der toten Touristen gefunden, ein Foto auf dem Milats Freundin ein Shirt von Caroline Clarke trägt, sowie jede Menge Feuerwaffen und Jagd-messer. Die ballistischen Untersuchungen ergeben, die Tatwaffe gehört Ivan Milat. Am 27.07.1995 wird  Milat für schuldig gesprochen. Er bestreitet bis heute die Taten.
Ein Bruder von Milat sagte in einem Interview, er glaube, dass es weitere Opfer gäbe. Bislang wurden sechs weitere Vermisstenfälle - Leanne Goodall (20), Robyn Hickie (17), Amanda Robinson (14), Gillian Jameso (20), Deborah Balkan (20), Anette Briffa (18) - aus den Jahren 1978-1980 auf Hinweise unter-sucht. Fest steht, dass Ivan Milat zur Zeit des Verschwindens der Personen in deren Nähe wohnte. Die Leichen der sechs Frauen wurden nie gefunden. Ein Verwandter des „Rucksackmörders“ hat sich 2011 eines weiteren grausamen Mordes für schuldig erklärt. Der Teenager gab zu, seinen 17-jährigen Freund David Auchterlonie mit einer Axt getötet zu haben - ebenfalls im Belanglo-Wald. (Copycat)

Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen der Opfer. Der Bericht von Urs Wälterlin über den Milat-Prozess spricht Bände: "Die starren Verhaltensregeln des britischen Gerichtssystems, das Austra-lien weitgehend übernommen hat, lassen kaum Platz für Emotionen. So sitzt der Mann, dem vorgeworfen wird, sieben junge Menschen auf's Grausamste abgeschlachtet zu haben, jeden Tag im grauen Geschäfts-anzug auf einer Holzbank und starrt zum Fenster hinaus. Herbert Schmidl ist aus Regensburg angereist. Der Vater der 21-jährigen Simone, die laut Anklage mit vielen Messerstichen getötet wurde. Als Schmidl mit seiner Aussage fertig ist und aufsteht, wendet er sich Milat zu. Er ballt seine Faust und hält sie vor sein Gesicht. Für den Bruchteil einer Sekunde fürchtet wohl jeder im Raum, Schmidl würde Milat angreifen. Doch der Busfahrer aus Regensburg stürmt aus dem Gericht, Tränen in den Augen. Er ist ein gebrochener Mann. Milat schaut ihm nach, mehr überrascht als verängstigt. Dann senkt er den Kopf."

 

Diese Story hat mich sehr beschäftigt:

      Deutscher Tourist tötet 1987 in Australien fünf Menschen

 

Schlagzeilen in deutschen Medien 1987

Der 26jährige Josef Schwab aus Pöcking am Starnberger See  landet am 23. April 1987 mit einem Touristenvisum in Brisbane. Am Flughafen mietet er bei AVIS einen Toyota-Geländewagen. Auf dem Weg in die Stadt kauft der deutsche Tourist eine Schnellfeuer-Waffe, mehrere Pistolen und Munition.  Anschließend fährt Schwab über Mount Isa ins Northern Territory. Am 21. Mai schickt der - als ruhig geltende - junge Mann seinen Eltern eine Postkarte aus Darwin.

Am 9. Juni 1987 erschießt Schwab nach Angaben der Polizei nahe

der Stadt Timber Creek - 350 Kilometer südlich von Darwin - zwei Angeltouristen: Marcus Bullen, ehemals stellvertretender Bürger-meister von Freemantle, und dessen Sohn Lance. Fünf Tage später tötet der Kimberley-Killer die  Neuseeländerin Julie Warren, ihren Verlobten Phillip Walkemeyer und dessen Freund Terry Bolt, die 200 Kilometer westlich am Pentecost River campen. Alle Opfer  wurden nackt gefunden und mit derselben Waffe erschossen.

 

Die Kimberley-Region liegt im Norden (Top End) an der Grenze von Westaustralien und dem Northern Territory. Eine Spezialeinheit von sieben Männern wird aus Perth eingeflogen, um die örtliche Polizei in Kununurra zu unterstützen. Straßenblockaden werden bis nach Südaustralien eingerichtet. Am 19. Juli überfliegt ein Viehtreiber mit seinem Helikopter die Gegend um Fitzroy Crossing. In den Jubilee Downs entdeckt er einen unter Planen versteckten Toyota und einen Mann, der wie Rambo gekleidet ist. Nach  einer Stunde trifft die Spezialeinheit in einer Chessna am Versteck des Deutschen ein. Schwab feuert sofort eine Salve auf das Flugzeug. Die Einzatztruppe zündet Tränengas-Granaten, die das Gras rund um den Toyota in Brand setzen. Wild um sich schießend rennt Schwab wie von Sinnen durch das Feuer. Die Polizei erwidert den Angriff und trifft den Schaft des Gewehres. Dem Deutschen wird der rechte Daumen abgerissen. Der 26jährige rennt zum Auto und ersetzt die zerstörte Armelite durch eine Ruger. Eine

Kugel trifft Schwab in den Bauch, er fällt zu Boden. Als die Polizei sich nähert, eröffnet Schwab am Boden liegend wieder das Feuer. Der Einsatzleiter befiehlt den Todesschuss ins Herz!

 

Der Abgleich der Fingerabdrücke bestätigt: Bei dem Erschossenen handelt es sich um Josef Schwab. Die Eltern des 26jährigen werden am 18. 12. 1987 im Sydney Morning Herald zitiert:  'The Schwabs could

not believe it was their son'. - Doch die ballistischen Untersuchen sind eindeutig. Das Urteil der Polizei: Mit Schwab wurde der Kimberley Killer zur Strecke gebracht - zumal Mitglieder der Spezialeinheit berichten, sie hätten  Habseligkeiten der Schwab-Opfer als Beweisstücke aus dem Toyota gesichert.

 

Auszug aus dem Bericht der Royal Commission

2004 wird in Perth eine Royal Commission wegen Korruptionsvorwürfen gegen die Polizei einberufen. Gegenstand der Untersuchung war die Aussage eines Ermittlers: Nachdem Schwab erschossen wurde, hätten er und andere Geld gestohlen: „In Schwabs Auto wurde eine Lederbrieftasche mit $353.75 gefunden…"  Es gab Hinweise, dass andere Officer Diamanten in Kununurra erworben haben sollen… 'But no adverse inferences were possible from that fact.'

 

 

2008 beschäftigt sich der australische Autor Larry Writer in dem Buch 'The Australian Book of True   Crime' mit dem Fall. Writer versucht, die Motive des jungen Deutschen zu ergründen: Mit der Hilfe der Familie und Interpol konnte ein Profil erstellt werden. Schwab wurde am 25. 12. 1960 in Pöcking – 20 Kilometer südlich von München – geboren. Er kam erstmals 1981 nach Adelaide und kehrte 1984 nach Deutschland zurück. Er versuchte, sich selbstständig zu machen, arbeitete als 'armed Securitiy' für das amerikanische Konsulat. Am 23. 4. 1987 flog Schwab über Bangkok nach Brisbane. Das AVIS-Personal 

in Brisbane und die Bedienung im Bark-Hut-Inn im Kakadu-Nationalpark beschrieben ihn als äußerst zuvorkommend und höflich. Er wurde in Begleitung eines jungen Mannes gesehen, dieser Mann wurde nie gefunden ... Die Polizei untersuchte das Leben der Opfer, um festzustellen ob sie Feinde haben. Die Wahrheit war erschreckender: Ihr Mörder war ein Serienkiller, der unschuldige Fremde zufällig und 

ohne Motiv tötete: The chance of answering any of these questions died with Josef Schwab.

 

Dieser Fall bewegt noch heute die Gemüter:

                               Was geschah 2005  auf dem Lismore-Campingground?

 

          Bleibt der Mord an Simone Strobel ungesühnt?

Am 10. Jahrestag erinnert die Abendzeitung: Würzburg - Zehn Jahre ist’s nun her, dass Simone Strobel in Australien umgebracht wurde. Die Eltern sehnen sich nach Antworten. Noch genau ein Jahrzehnt später quält Gustl Strobel die Ungewissheit, was mit seiner Tochter Simone passiert ist – und wer sie umge-bracht hat. Doch bis heute bekommen der Landwirt und seine Frau Gabi keine Antwort ... Die damals 25-jährige Kindergärtnerin Simone Strobel war in der Nacht zum 12. 2 2005 mit ihrem Freund, dessen Schwester und einem Reisebegleiter auf einem Campingplatz im australischen Lismore zelten. Plötzlich soll Simone ohne Schuhe weggelaufen sein, sie kommt nicht wieder. Auffällig: Ihre Freunde reisen am Morgen darauf weiter und melden Simone erst später als vermisst. Simones Leiche wird kurze Zeit später rund 100 Meter entfernt vom Campinggelände gefunden. Simone wurde erstickt. Zuvor soll es einen Streit zwischen Simone und ihrem Freund gegeben haben, das beweist ein Tagebucheintrag der Kinder-gärtnerin. Die drei Freunde werden von der Polizei verhört. Erst machen sie widersprüchliche Angaben, dann gar keine mehr. „Alle drei Verdächtigen wissen mehr, als sie sagen“, sagt ein Kripo-Beamter. „Sie sind die einzig erkennbaren Verdächtigen.“ Die Zeugen der Tatnacht schweigen bis heute.

 

So berichtete die Lokalzeitung The Northern Star:

"Police released a comfit image of a man seen hanging around the caravan park where Simone was staying with Tobias, Katrin Suckfuell and her boyfriend Jens Martin. A man was taken in for questioning at Maclean, but released without charge. There was CCTV footage (Videoaufzeichnung) of Simone leaving the Gollan Hotel about 11.30pm on Friday, February 11, 2005. The four Germans then returned to the caravan park and Tobias claims that Simone then went for a walk on her own, wearing no shoes, with no money, ID or phone. A search failed to find anything in the days following. A police dog later found a decom-posing body about 90 metres from where Simone had been camping. No definite cause of death has ever been established, but a coroner's report in 2007 found it was most likely she died of suffocation or smothering asphyxia (Ersticken), possibly from a pillow or plastic bag."

 

Die Mainpost schreibt 2014: "Staatsanwaltschaft und Kripo Würzburg haben offiziell bestätigt, dass im Fall der getöteten Simone Strobel eine Belohnung von 10 000 Euro für Tipps ausgesetzt wurde, die zur Lösung des Gewaltverbrechens führen ... Die Belohnung könnte als finanzieller Anreiz mögliche Zeugen dazu bringen, ihr bislang noch nicht preisgegebenes Wissen jetzt doch zu offenbaren,“ hofften Ermittler. Sie gehen nach wie vor von der Hypothese aus, dass Simones Begleiter – ihr Freund Tobias, dessen Schwester Kathrin sowie ein dritter Begleiter mit Vornamen Jens – der Polizei entscheidende Punkte darüber verschwiegen, was in der Nacht von Simones Verschwinden am 11. 2. 2005 geschah."

 

2014 veröffenlicht Virginia Peters ein Buch über den Mord:

Klappentext: 'Beneath the palm tree she'd perished like a stone fruit amongst the leaves and insects: her flesh bruised a variety of shades, from black through to yellow; her facial features, for all their lovely detail, completely indistinguishable. Look what happened to me, I could hear her say. This is what they did to me.' In February 2005, German backpacker Simone Strobel went missing in Lismore, NSW. Six days later her naked body was discovered, crudely hidden beneath a palm tree ... Having become intimately involved in the case, Peters came to understand that the story of Simone Strobel's murder was about much more than the crime itself or the investigation that followed. Written with great honesty and self-awareness, and with echoes of Joe Cinque's Consolation, Have You Seen Simone? explores grief and loss, truth and accountability, and asks whether justice in this case can ever be done.'

 

Mainpost  6.10.2014: "Der unter Tatverdacht stehende Ex-Freund der 2005 in Australien Getöteten hat vergeblich versucht, das Erscheinen eines Buches über den Fall vor Gericht zu verhindern." In der RTL-Fernsehsendung STERN-TV am 9. März 2016 appelliert die Familie erneut an die Begleiter ihrer Tochter, das Schweigen zu brechen. Gabi Strobel: "Es ist einfach nur ein Aufruf an die, die mehr wissen, was an diesem Abend passiert ist und uns erlösen von dieser Qual des Nachdenkens und des Grübelns."

Hoffen wir, dass die Gerechtigkeit siegt!

 

Aktuelle Artikel in den 'Northern Territory-News' :

15. 7. 2016Die Akte ‘Peter Falconio’ bleibt offen bis sein Körper gefunden wird

IT’S been 15 years since Peter Falconio was murdered by Bradley Murdoch and Territory Police won’t

rest until his remains are found and returned to his family. Assistant Commissioner Jamie Chalker said despite exhausting all lines of inquiry the case would not be closed until Mr Falconio’s body was found. Mr Falconio and his girlfriend Joanne Lees were kidnapped near Barrow Creek, 220km south of Tennant Creek on July 14 2001. Bradley Murdoch was found guilty of attacking the couple and murdering Falconio. Ms Lees escaped Murdoch’s attack but never saw her boyfriend again. Mr Chalker said the Falconio family’s grief drove Territory police to follow new leads. He said Murdoch was one person who new for certain where Mr Falconio’s body lay and called for anyone who has sat on information to come forward... Earlier this year the CLP Government introduced “No Body No Parole” legislation to prevent Murdoch from being released from prison unless he told law enforcement were he left Mr Falconio.

 

18.7.2016Andy Albury (NT's Hannibal Lecter) schwört Ärger zu machen

THE violent murderer known as the NT’s Hannibal Lecter has promised to continue “playing up” until

he is moved out of Darwin Prison, where he is kept in almost total isolation for the protection of other inmates. In the Northern Territory Supreme Court on Monday, Andy Albury said he had “been waiting

for the right weapon” to hurt someone in prison since he was moved from Alice Springs. Albury is serving life without parole for the brutal 1983 murder of 29-year-old Gloria Pindan on Mitchell St. He stabbed her 28 times, cut off her nipples and pulled out one of her eyes…      Was hat Andy gemacht???  diepresse.com: Andy Albury ist 1984 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er im Jahr zuvor eine Frau ermordet hatte. Wegen seines Berufes als Schlachter und der besonders grausamen Zerstückelung der Leiche wurde er damals schon medial zum "Hannibal Lecter von Australien" gemacht. Nun soll er für 14 weitere Morde verantwortlich sein... "Er hat mir 14 Morde gestanden", sagte Les Chapman der "Sun-day Mail". "Wir haben ihn nur für einen dranbekommen. Das brachte ihn lebenslänglich ins Gefängnis. Aber wir wissen, dass er mehrere getötet hat."