Meine Australien-Impressionen
Meine Australien-Impressionen

CHITCHAT-Analyse

 

Vor einigen Jahren schrieb die FAZ:

 

„Denken die Deutschen an gefährliche Tiere, Spinnen, Schlangen, Krokodile, denken sie an Australien ...

Warum? Weil es das ist, was sie (überwiegend) an Nachrichten über den fünften Kontinent erfahren. Nachrichten, so unglaublich, dass  der Leser denkt, ein gelangweilter Redakteur mit Fernweh hätte sie sich ausgedacht. Es scheint, nur die wirklich verrückten Meldungen überstehen die

16.498 Kilometer lange Strecke zwischen Sydney und Frankfurt.“ 

 

In meiner "Woche"-Zeit (1972-75) lernte ich: Unterhaltsame Bilder lassen sich besser in Deutschland, Österreich oder der Schweiz verkaufen, als Köpfe von Politikern oder Managern. Wer kennt schon den Premierminister von Australien oder die Rohstoffkönigin Gina Rinehart ?

 

Und ich gestehe: Auch ich habe damals in die 'Trickkiste' gegriffen! Das Foto mit dem Mann am Bondi Beach, der Spiegeleier auf dem Dach eines VW-Käfers brät, war gestellt!

 

Wie hätte ich den frierenden Europäern sonst die Weihnachtshitze erklären sollen?  Außerdem war ich jung und brauchte das Geld ...  Erst Jahre später erklärte mir ein Fachmann, dass Eiweiß erst ab 62° stockt. - Sie hätten mal die klebrige Masse auf meinem Auto sehen müssen ... ***

 

Daher übe ich Nachsicht bei vielen heute veröffentlichten Nachrichten. Doch in Zeiten von Twitter, Facebook, Whatsapp und Instagram rutscht anscheinend so manche Meldung an der Aufsichts-pflicht verantwortlicher Redakteure vorbei. Verstehen Sie meine Anmerkungen somit bitte nicht als Medienschelte, sondern Amusement! Als Australien-Fan sollten Sie aber die Hintergründe kennen.

 

In lockerer Folge werde ich die Meldungen unter Chitchat-Aktuell ergänzen. 

Falls Ihnen ein Australien-Nachricht 'spanisch' vorkommt, nutzen Sie den Kontakt

 

Australien schickt den 17-jährigen Isaiah Firebrace zum ESC. Der Sohn einer Familie mit 12 Kindern vertritt als erster eingeborener Australier sein Land.

Warum ist Australien beim ESC dabei?

Die Antwort liefert am 11. 5. 2017 die TZ-Münchnen:

Der australische Teilnehmer Isaiah Firebrace hat sich mit seinem Lied „Don't Come Easy“ für das Finale des ESC 2017 qualifiziert. Moment mal: Der australische Teilnehmer beim Eurovision Song Contest? Gut, Russland, Aserbaidschan und Israel gehören auch nicht unbedingt zum europäischen Kernland. Aber Australien liegt tausende Kilometer von Europa entfernt. Genauer gesagt: Über 14.000 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt. Warum nimmt dann Australien bitteschön am Eurovision Song Contest teil?

Der Hauptgrund ist wohl die Beliebtheit des Wettbewerbs auf dem Kontinent. 1974 wurde der ESC erstmals in Down Under übertragen. Damals ging die Australierin Olivia Newton-John für Großbritannien mit dem Lied „Long Live Love“ ins Rennen und belegte einen guten vierten Platz (den damaligen ESC haben übrigens ABBA gewonnen). Seither sind auch die Australier große Fans des Eurovision Song Contents. Es dauerte aber bis 2014, als zum ersten Mal eine Australierin beim ESC teilnahm: 2014 hatte Jessica Mauboy auf Vermittlung des Senders SBS aber nur einen Gastauftritt. 2015 erhielt Australien erstmals eine offizielle Einladung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den Wettbewerb veranstaltet. Australien durfte gleich ins Finale einziehen und musste sich nicht erst in den Semifinals qualifizieren. Dafür hatte das Land in beiden Halbfinal-Runden ein Stimmrecht. Zunächst war vorgesehen, dass Australien den Eurovision Song Contest gewinnen müsste, um im folgenden Jahr wie-der dabei sein zu dürfen. Auch wenn das nicht der Fall war, bekam das Land im folgenden Jahr wieder eine Chance, am ESC teilzunehmen: Aber Australien musste sich dieses Mal in einem Halbfinale quali-fizieren. So war es auch in diesem Jahr. Isaiah Firebrace sicherte sich im ersten Halbfinale das Ticket für den ESC 2017. Noch steht eine Entscheidung der EBU aus, ob Australien dauerhaft als assoziiertes Mitglied am ESC teilnehmen darf. Wegen des erfolgreichen Abschneidens der jeweiligen Teilnehmer deutet aber vieles darauf hin, dass dies in naher Zukunft passieren könnte.

Und was passiert, wenn Australien den ESC 2017 gewinnt? 

Dann würde der ESC 2018 wieder in einem europäischen Land stattfinden. Als Australien 2015 zum ersten Mal offiziell am Contest teilnahm, wurde festgelegt: Sollte Guy Sebastian den ESC gewinnen, würde der australische Sender SBS als Co-Gastgeber in einer europäischen Stadt auftreten. In welchem Land? Diese Frage ist offen. In Frage käme vermutlich in erster Linie Großbri-tannien, das wie Australien zum Commonwealth gehört. Die Queen ist ja auch das Staatsoberhaupt des australischen Kontinents. Diese Bestimmung widerspricht eigentlich den bisherigen ESC-Regeln. Traditionell findet der ESC immer im Land des Vorjahressiegers statt. Da ein europäischer Wettbewerb aber nicht nach Australien verlagert werden soll, einigte man sich auf diesen Kompromiss. Für die Entschei-dung gegen den ESC in Australien gibt es neben der Entfernung zu Europa auch einen weiteren wichtigen Grund: die Zeitverschiebung.     So ist die australische Metropole Sydney Deutschland und Kern-Europa acht Stunden voraus. Sollte der ESC in Australien wie gewohnt um 21.00 Uhr stattfinden, wäre es bei uns 13.00 Uhr. Sollten sich die australischen Veranstalter an die europäische Zeit halten, dann würde der ESC bei uns wie gewohnt um 21.00 Uhr laufen. In Australien müssten die Künstler dann aber um 5.00 Uhr am Morgen auftreten. In Australien wird der ESC wegen der Zeitverschiebung übrigens seit jeher zeitversetzt übertragen.

 

*** Ich muss mich wohl korrigieren!!! -

 

Der Polizei in Queenland ist es offensichtlich gelungen, die Naturgesetze zu überlisten. Auf Facebook liefern die Ord-nungshüter am 12. Februar 2017 den Beweis: "It's so hot in Birdsville that our officer could fry an egg on the bonnet of his police vehicle parked on Big Red!"

und der Polizei muss man doch wohl glauben ...

 

Ist es Ignoranz oder einfach Unwissenheit?

Der dpa-Korrespondent in Melbourne beklagte sich vor Jahren bei mir: 'Ich schreibe mir die Finger wund, doch keine Zeitung druckt meine Artikel.' In der 'Neuen Woche in Australien' vom 5. Juli 2016 berichtet nun ein 'Leidensgenosse' über ähnliche aktuelle Erfahrungen:

 

Dieter Herrmann arbeitete fast zwei Jahrzehnte als Chef vom Dienst und Redakteur für Deutsche Welle TV. Heute leitet er das Studio von „Australia-News.de“ in Sydney.

„Als deutscher Korrespondent in Australien beobachte ich sehr genau, wie die Medien in Deutschland mit Nachrichten aus Australien umgehen … Grundsätzlich habe ich bei Gesprächen und Vereinbarungen mit den Redaktionen in Deutschland häufig das Gefühl, dass die Kollegen,

die dort an den Schaltstellen sitzen, wenig über Australien wissen. Die sonst, gerade bei Journalisten, so gute Allgemeinbildung, scheint Australien manchmal völlig auszuklammern. Oder, wer weiß das schon, vielleicht haben viele Kolleginnen und Kollegen gerade die Masern gehabt, als in der Schule Australien durchgenommen wurde …

Es scheint bei einigen Medien in der Heimat eine gewisse Ignoranz zu geben, was die Weiten Australiens angeht. Doch bei manchen Sendern spüre ich diese Ignoranz nicht nur, wenn es um das Verständnis der Geographie Australiens geht. Auch sonst habe ich manchmal das Gefühl, aus Sicht der Kollegen in Deutschland auf einem anderen Planeten zu leben … Es scheint mir oft, als würde Australien aus deutscher Sicht weder medial noch politisch als wichtiger Partner angesehen ...

Oft bin ich ratlos. Was muss getan werden, damit die Redaktionsstuben in Deutschland merken, dass es hier unten noch einen Kontinent gibt? Was muss passieren, um Australien immer dann in die Nachrichten zu bringen, wenn hier etwas Wichtiges passiert?

Wann endlich werden die Kollegen in Deutschland merken, dass Australien mehr ist als Buschfeuer, Haiattacken und Überschwemmungen?

 

Den kompletten Artikel finden Sie in: Die neue Woche in Australien  

Kontakt Dieter Herrmann: Australia-News.de.

 

 

Regelmäßig werden wir von der Schlagzeile aufgeschreckt:

 

             IN DOWN UNDER LIEGEN DIE NERVEN BLANK

Kenner der Szene wissen sofort: Die TV-Sendung DAS DSCHUNGELCAMP hat wieder begonnen!

 

2015 lief das erfolgreiche Konzept auch erstmals in Australien

      Seit 2004 beglückt uns RTL mit der Reality Show:

                Ich bin ein Star - hol mich hier raus!

                        2016 läuft die 10. Staffel.

 

Zwölf mehr oder minder bekannte Stars leben mehrere Wochen im 'Dschungel' in Australien. Die Teilnehmer versuchen durch diverse Prüfungen (Essen von Maden, Hoden etc.) die Gunst des Publikums 

zu gewinnen. Ziel der Teilnehmer ist es, von den Zuschauern zum Dschungel-König/in gewählt zu werden. Bisherige Sieger waren u.a.: Costa Cordalis, Ingrid van Bergen, Brigitte Nielsen und Maren Gilzer.

Bis zur sechsten Staffel moderierten Sonja Zietlow und Dirk Bach die

RTL-Show. Nach Bachs Tod wurde 2013 Daniel Hartwich neuer Moderator.  Produziert wird die Sendung auf einem ehemaligen Farmgelände in Dungay an der Grenze von NSW und Queensland. 

 

Vorbild der deutschen Fassung ist 'I'm a Celebrity...Get Me Out of Here!' Diese Show läuft seit 2002

im britischen Fernsehen. Die Sendung wurde ebenso für Frankreich, Indien, USA ... produziert. Für

das australische Publikum zog Network 10  2015 allerdings in den Krüger Nationalpark in Südafrika.

 

Über Geschmack lässt sich streiten. Mittlerweile ist jedem Fernsehzuschauer klar, dass es sich beim Dschungelcamp um ein präpariertes Gelände handelt. Lediglich die Nominierung zum Grimme-Preis stieß 2013 auf Kritik. Die Begründung: 'Es gehe darum, B- und C-Promis als Menschen in all ihren Stärken und Schwächen kennenzulernen.', konnte die Juroren nicht überzeugen. Doch die Einschalt-quoten sprechen für sich: Laut Meedia beschert RTL die 10. Staffel mit knapp 8 Millionen Zuschauern neue Rekordqouten. Freuen wir uns also darauf, wenn die Topmeldung wieder lautet:

 

         Australien: Ich bin ein Star, holt mich hier raus!

 

Doch im November 2016 geht die News um die Welt: Schreckensnachricht aus Australien! Craig Parker, Besitzer des Grundstücks für das Dschungelcamp, mag nicht mehr. Er wolle seinen Grund und Boden im Jahr 2018 nicht mehr dem Fernsehen zur Verfügung stellen, berichtete eine britische Zei-tung. In Köln löste das Entsetzen aus – und RTL berief sofort eine Krisensitzung ein, um zu überlegen, wie das Format an anderer Stelle weitergehen könnte. Der ZEIT wurde aus geheimer Quelle das Protokoll zugespielt ... Lesen Sie die kompletten Hintergrundinformationen in der ZEIT!

 

Wie Feen- und Hexenkreise die Wissenschaft beschäftigen:

Im März 2016 berichten die Medien von NTV über die Augsburger Allgemeine und  Die Welt (14.3.2016)

 

Photo: Stephan Getzin/UFZ

Mysteriöse Feenkreise gibt es auch in Australien

Dies berichten Wissenschaftler um Stephan Getzin vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig ... In Afrika sei die Bodenstruktur anders. "Das Wasser versickert im sandigen Boden und verbleibt unter der Oberfläche. Da oben keine Pflanzen wachsen, verdunstet das Wasser nicht, es diffundiert von dort an die Ränder", erläutert Getzin. "Das ist im Detail zwar ein anderer Mechanismus als in Australien … Er führt aber zum gleichen Vegetationsmuster." Im mathematischen Modell konnten die Wissenschaftler jetzt die Entstehung der Feenkreise nachvollziehen…“

 

Bereits am 20. Mai 2014 ging das Helmholtz-Zentrum mit der Mitteilung durch die Weltpresse:

„Neue Studie über geheimnisvolle, kahle Flecken im Grasland Namibias unterstützt Theorie der Selbstorganisation …Es sieht aus wie eine Landschaft mit Sommersprossen. In einigen Regionen im Südwesten Afrikas ist das trockene Grasland übersät mit kahlen, runden Flecken. Manche sind nur ein paar Meter groß, andere erreichen Durchmesser bis zu zwanzig Metern. Und meistens haben sie einen Rand aus kräftigem Gras. Diese sogenannten Feenkreise laden zu Spekulationen geradezu ein: Wie können solche rätselhaften Strukturen entstanden sein? „Obwohl sich Wissenschaftler seit Jahrzehnten mit dieser Frage beschäftigen, ist sie immer noch nicht endgültig gelöst", sagt Dr. Stephan Getzin vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Denn bisher hat noch niemand die Entstehung eines Feenkreises vor Ort beobachten können ...“

 

Cartoon von Moussa Hosni

Die vom UFZ vor zwei Jahren aufgeworfene Frage brachte auf der Webseite iflsience.com immerhin 85 Tipps. Die Spekula-tionen gingen von: ‚Warning nuclear missile launch’ und ‚ Maybe lightnings?’ aus. Ein Scherzbold meinte: ‚It is a giant octopus, leaving marks from its tenticles! I have one in the backyard does the same thing…’ Moussa Hosni belegte seine Theorien mit einem Cartoon: ‘Mystery solved: These patches in the ground are caused by tiny mole like creatures called Diglett and Dugtrio. They live underground and feed on roots and sometimes they stick there heads up out of the ground for brief moments‘.

 

In weiser Voraussicht, dass die Forscher aus Leipzig bald auch die australischen Wüsten untersuchen würden, wusste Alan Ratcliff  bereits vor zwei Jahren: „Maybe you should have asked an Australian Aboriginal the answer instead of spending so much money on research... The ANSWER IS SIMPLE... It is simply the life cycle of the SPINIFEX BUSH...an extremely sharp spiney bugger... the seed are on the end of a long thin stalk and when it is ripe and heavy with seed it leans out over the edge of the bush and begins the cycle again...the Original plant dies (Hence the bare ground circle) When the outside Spinifex plants are about 500mm high it looks like a big birds nest on the ground ...”

 

Wenn es dann dem Umweltschutz dient …

 

Kommen wir zu meiner Journalistenweisheit #26:

 

Der Weg einer guten Geschichte ist lang!

Bild am Sonntag, S.18 vom 17.1.2016

Nehmen wir diese 'brandheiße' Story aus Bild am Sonntag:

 

Der Fünfjährige heißt Charlie Parker und seine Familie betreibt in der Nähe von Melbourne den Ballarat Wildlife Park. Die Werbung auf der Homepage lautet:

'With over 80 kangaroos roaming free, around the Park, we give you the oppor-

tunity to experience hand feeding these amazing animals. We also give you the chance to interact with koalas, wombats, and a variety of reptiles ranging from snakes to lizards and even a giant tortoise.'

Neben den Tieren ist der Sohn Charlie eine Attraktion des Parks! Als Zweijähriger posierte er mit einer Schlange im Mirror in UK. 

Mit drei Jahren glänzte er in den ABC NEWS via 'Good Morning America'. Parallel läuft seitdem sein Video auf YouTube. Dann wurde es still um Charlie.

Am 31. August 2015 tauchte der Fünfjährige in der Daily Mail in England wieder auf. Das jetzt veröffentlichte Foto in Bild am Sonntag (aus dieser Serie) wurde kürzlich bei Instagram publiziert.

 

Sollte ein Redakteur ähnliche Geschichten suchen: Auf der Facebook-

Seite des Wildlife Parks ist Charlie gerade mit Dingo-Welpen abgelichtet. Ich hätte auch eine Schlagzeile parat: Fünfjähriger zähmt australische Bestien!

 

Ansonsten bietet  YouTube jede Menge weiterer Krokodil-Videos. Die Auswahl reicht von  Kids and Baby Crocs (79 Aufrufe) bis hin zu: Crocodile attacks and kills man in front of friends in Australia's north (2.094.048 Aufrufe).

 

 

Oder nehmen wir dieses Bild und seine Geschichte ...

 

Frontpage: Courier Mail

Es begann mit einer rührenden Story im Fraser Coast Chronicle - Auflage mo-fr 9.550 Exemplare. Seitdem läuft das Telefon bei Mr. Switzer heiß: Anrufe aus London, Deutschland, Italien, USA und Holland. „It is my claim to fame", sagt er dem Chronicle mit einem Lächeln. Tagsdrauf ziert das   Foto die Titelseite des Courier-Mail in Brisbane, mo-fr 172.801 Exemplare. 

Das Bild geht um die Welt! The Australian: Roo good to be true! La Nation: Un fotógrafo sorprende a una familia de canguros en una dolorosa situación. Die Times in England zweifelt: Tenderoo might really have been randy roo? 

 

Dank BILD (14. 1.2016) erreicht die Nachricht auch die deutschsprachigen Leser:  "Es ist ein Foto, das einem fast das Herz zerreißt. Wir sehen das vermeintliche Ende einer Känguru-Kleinfamilie in Australien: Die Känguru-Mama ist tot, Känguru-Papa und Känguru-Kind stehen trauernd neben ihr … Entdeckt und festgehalten hat die drei Östlichen Grauen Riesenkängurus der Fotograf Evan Switzer. Das Männchen habe sich verhalten, als wolle es das Weibchen beschützen, sagte er dem britischen Guardian ... Wenn Sie also weiter an das Gute im Tier glauben wollen: Lesen Sie jetzt besser nicht weiter … Denn das, was die Wissenschaft zu diesen Fotos zu sagen hat, ist grausam. Sie zeigen keine Abschiedsszene – sondern ein Gewaltverbrechen! Veterinär Derek Spielman, der an der Universität von Sydney lehrt, sagte der Zeitung Guardian, er sei sich sicher, dass das Männchen das tote Weibchen nicht beweine, sondern es gerade begatten wolle! Er halte den Kopf nicht zärtlich fest, sondern wolle mit diesem Verhalten lediglich sein Revier markieren, andere Männchen fernhalten. Es wird noch schlimmer: Höchstwahrscheinlich, meint Spielman, sei das Männchen sogar für den Tod der Partnerin verantwortlich."             ...wie schreibt der Daily Wire in den USA so treffend? „Show’s over, children. Can we please get back to covering real news?”

 

Glauben Sie jetzt bitte nicht, derartige Meldungen gibt's nur im Boulevard!

Hier einige Beispiele aus der 'seriösen' Presse:

 

Am 9. 2. 2015 präsentiert FAZ-net unter 'Wirtschaft' die Sensation:

Mit 186 Stundenkilometern zum Cheeseburger

Es war einfach nur Heißhunger auf einen Cheeseburger: Ein Autofahrer ist in Melbourne in Australien mit 186 Kilometern in der Stunde an einer Polizeikontrolle vorbeigerast. Erlaubt war auf der Autobahn an der Stelle Tempo 100. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf und stellten den Mann, wie sie am Freitag mitteilten. Die Begründung für die Raserei, der Hunger, beeindruckte die Beamten nicht. „Das wird der teuerste Cheeseburger in Melbourne“, prophezeite die Polizei in ihrer Pressemitteilung ...

Bei der Meldung stockte den Börsianern sicher der Atem!

 

Am 23. 6 2015 schockt FAZ-net die Medizinwelt Europas mit der Erkenntnis: Ärzte warnen: Nervenschäden durch enge Jeans - Ärzte in Australien haben zum ersten Mal beobachtet, wie Muskeln und Nervenfasern durch zu enge Jeans geschädigt werden. Eine Frau musste mehrere Tage

im Krankenhaus bleiben, nachdem sie wegen der zu engen Hose ihre Füße nicht mehr spürte ...

 

Süddeutsche.de toppt am 19. 1. 2016 diese irre 'Gesundheitsmeldung' mit dem Aufschrei aus einer Melbourner Klinik (direkt aus dem dpa-Newskanal): Ein Virus und ein zusammengebrochenes Netzwerk haben Ärzte in einem australischen Krankenhaus zu einer kleinen Zeitreise gezwungen.

"Wir schlagen uns mit Aufzeichnungen auf Papier und durchtelefonierten Testergebnissen durch", sagte Dr. Chris MacIsaac, Leiter der Intensivstation am Royal Melbourne Hospital, dem Sender 3AW. Die

Ärzte in der großen Klinik mussten auch auf Fax-Geräte zurückgreifen, um sich Befunde zuzuschicken.

Donnerwetter! - Und wann kippt der Sack Reis in China um?

 

Bei solchem Medienrummel hält sich SPIEGEL-online am 6.1.2016 natürlich nicht zurück: 

Sturm spült Giftschlangen an den Strand! Jetzt nur nichts falsch machen ... Eine Australierin hat bei einem Strandspaziergang zwei giftige Seeschlangen gefunden - und wieder ins Wasser befördert ...  

Habe ich auch schon mal gemacht! Komme ich jetzt auch in die Zeitung?

 

Weitere Tiergeschichten auf WIRES

Wenn Sie übrigens weitere Tierstorys lesen möchten:

ABC berichtet regelmäßig über Schlangen! Zudem verweist ABC im Originalartikel auf die Facebook-Seite der NSW Wildlife Information (WIRES), auf der Sie täglich aktuelle Tiergeschichten finden.

 

Doch, da wir gerade bei Reptilien sind, noch eine nette Down Under-Geschichte aus spiegel-online: vom 13.1.2016:

 

 

Foto: Snake Catchers Adelaide

Australierin findet Braunschlange hinter Kühlschrank

Im australischen Adelaide hat eine Hausbesitzerin den Schreck ihres Lebens bekommen: Unter dem Kühlschrank lugte der Kopf einer hoch-giftigen Schlange hervor ... Die Östliche Braunschlange (Pseudonaja textilis) ist die zweitgiftigste Landschlange der Welt. Tendenziell nervös. Wenn sie sich bedroht fühlt, beißt sie sehr schnell und oft mehrmals zu. Kein Tier also, mit dem ein Mensch besonders viel herumhantieren sollte...  So schnell es ging, nahm sie Abstand und informierte die Reptilienexperten von den 'Snake Catchers Adelaide'. Die schickten einen ihrer erfahrensten Schlangenfänger, Rolly Burrell..."    Diese Schmunzetten erzählt Rolly übrigens auf Facebook: 

Snake Catchers Adelaide Für die kostenlose Werbung auf SPIEGEL-online bedankt sich der Chef.

 

Ich bin sicher, derartige Meldungen werden weiter produziert.

Die schönsten davon lesen Sie in Chitchat-Aktuell

 

Wechseln wir das Thema!

Reden wir über die Nazca-Linien in der australischen Wüste

State Library of South Australia: The Advertiser, 17 July 1998, p. 7

6. Juni 1998: 

Beim Flug von Coober Peedy nach Mauree  erkennt Trec Smith als erster die 4,2 Kilometer lange Abbildung eines Aborigines. Die Erdzeichnung befindet sich (gemäß Wikipedia) auf Finnis Springs im zentralen Südaustralien in dem 200.000 Quadrat-kilometer großen Sperrbezirk Woomera Prohibited Area. Sofort werden Parallelen mit den Nazca-Linien in Peru gezogen. Doch Experten finden heraus: Die Abbildung kann nur mit Satellitentechnik und Planierraupen entstanden sein. Vermutlich haben sich gelangweilte Soldaten oder Bergarbeiter   einen Scherz erlaubt ...   

Die Medien berichten über das Phänomen.

Die Abbildung wird weltweit als Marree-Man bekannt. Die Nachfrage nach Touristenflügen boomt. Die Sprecherin des Dieri Mitha- Stammes Raelene Warren protestiert im  Adviser: "The etching is making a joke

of our dreaming."

 

So weit, so gut - Heute ist die Erdzeichnung mit Gestrüpp überwuchert und kaum zu erkennen. 

Ab und zu taucht die Story auf Mystery-Webseiten auf. Auch als Reisetipp wird der Marree-Man immer wieder gerne erwähnt, so im Spiegel oder der Süddeutschen Zeitung. Als Schöpfer des Marree-Man gilt der australische Künstler Bardius Goldberg,  berüchtigt für seine Späße. Ein Farmer, der ihm angeblich Geräte geliehen hat, 'belastet' ihn. Goldberg stirbt 2002  und nimmt das Geheimnis mit ins Grab. 

 

Karte: spaceinfo.com.au

 

Bleibt die Frage:

 

Wo liegt eigentlich das militärische

'Sperrgebiet Woomera Prohibited Area'

und was machen die Australier da?

 

Ach, man muss ja nicht sofort alles wissen.

Die Antworten gibt's beim nächsten Mal.

 

 

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema: UFOs 

Die Zeitungs-Meldungen über UFO-Sichtungen in Australien sind in letzter Zeit rar geworden (oder ich habe sie übersehen).  Die letzte Begegnung mit Aliens fand laut Wikipedia am 21. Januar 1987 in der Nullarbor Plain statt. In UFO-Foren, wie Exopolitik, wird allerdings von weiteren Fällen berichtet: So war Kelly Cahill am 8. 8. 1993 mit dem Auto durch die Dandenong Hills/Victoria unterwegs, als er ein Flugobjekt entdeckte. Zudem erhielt die Polizei in Gosford/NSW am Neujahrsabend 1994 Berichte über ein großes ballförmiges Objekt mit hellem Licht an der Unterseite. Falls Sie dieses Thema brennend interessiert: Auf Facebook informiert The Black Vault ständig über aktuelle Sichtungen und Phänome.

 

Persönliche Erfahrung: Während meiner Zeit bei der Woche in Australien (1972-75) erreichten mich regelmäßig Anfragen von deutschen Presseagenturen: 'Glaubwürdige Zeugen haben in Australien UFOs gesehen'. Beigefügt waren Briefe mit krakeligen Schriften, in denen Landekoordinaten und Begegnungen mit Aliens detailliert beschrieben wurden. Ich bin dem Übersinnlichen nicht abgeneigt. Doch ein Blick auf die Absender genügte häufig: Zumeist verbargen sich hinter den Adressen Mental Homes oder Trinkerheilanstalten. Ich war Jungredakteur - vermutlich habe ich von den Kollegen nur die dubiosen Zuschriften erhalten ... Meine Meldungen nach Deutschland waren daher verhalten negativ.

 

Min Min Schild in Boulia, Queensland - Foto: www.gondwananet.com

Jahre später wurde ich selbst Zeuge eines 'übernatürlichen" Phänomens:

 

Beim Urlaub in Jervis Bay treibt mich das Bier nachts vor unser Zelt.

Am Firmament tanzen drei Lichter!

Ich reibe die Augen: Die Flugobjekte sind deutlich zu erkennen, bleiben sekundenlang stehen, bewegen sich nach rechts und verschwinden ins Weltall.

Meine aufgeweckte Frau rät mir, abends keinen Alkohol mehr zu trinken …

Selbstzweifel treiben mich zu Recherchen! Habe ich den UFO-Zeugen Unrecht getan?

 

Die Lösung finde ich in Spektrum der Wissenschaft: Professor Jack Pettigrew von der Queensland University entdeckt 2003: Die  Min Min Lichter  treten auf, wenn Licht aus einer natürlichen Quelle gebrochen wird! Durch eine invertierte Luftspiegelung erreichen den Beobachter Lichter, die hunderte Kilometer entfernt sind. Die Fata Morgana ist ein naturwissenschaftliches Phänomen: Eine kalte, dichte Luftschicht nahe dem Boden oder über dem Meer transportiert Licht weit über den Horizont hinaus zu einem verwunderten Beobachter …  Also wieder nichts mit Aliens!

 

Höchst sensibilisiert reagiere ich auf den Bericht in FOCUS-online am 18. Januar 2016:

 

                      Kurioses Licht am Himmel sorgt für Aufregung in Australien!

 

Im Text hört sich die Nachricht schon harmloser an: "Ein veröffentlichtes Video zeigt eine Lichtkugel

am Himmel über der australischen Stadt Canberra. Als sich dieses über das Internet verbreitet, ist die Aufregung groß. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass mit den Aufnahmen etwas nicht stimmt."

Das Video zeigt leider nur, wie wir Menschen mit heutiger Technik manipuliert werden.

 

David Rosenberg beschreibt die geheime Militäranlange Pine Gap in seinem Buch.

Bevor Sie über die weiteren Enthüllungen staunen, hier ein kleiner Lesetipp des leider nur in englischer Sprache erschienen Buches:

 

Inside Pine Gap: The Spy Who Came In From The Desert

Im Klappentext bei AMAZON heißt es: "In 1966, Australia and the US signed a treaty that allowed the establishment of a jointly run satellite tracking station, just south of Alice Springs. For more than forty years it has operated in a shroud of secrecy and been the target of much public and political controversy. For the first time, a US high-tech spy who worked at Pine Gap for 18 years speaks out to give an insider’s account of what happens behind those locked gates in the middle of the Australian desert ... This is a fascinating glimpse inside the top-secret world of military surveillance."

 

Informationen zu Pine Gap gibt's auch bei Wikipedia.

Zudem sehen Sie die Militäranlagen mit einem Klick auf Google Maps

 

Zunächst glaubte ich, auf die Landung von Aliens müsste ich noch lange warten, doch am 2.2.2016 fragt 

 

                                  BILD.de Gibt es in Down Under eine Ufo-Basis?

 

Der Anfang des Artikels klingt bekannt:

"Die USA und Australien betreiben gemeinsam seit 1967 im Outback eine Militärbasis mit dem Namen         „Pine Gap“. Sie war zu Beginn eine Überwachungs- und Abhöranlage, die vom US-Verteidigungsministerium unterhalten wurde. Mittlerweile sollen dort 800 Angestellte arbeiten ...

Dann lässt BILD.de die Katze aus dem Sack:

Inzwischen wird die Basis als die „Area 51“ Australiens bezeichnet. Immer wieder wollen Leute bei Fahrten durchs Outback Ufos in der Nähe von „Pine Gap“ gesehen haben ...

 

Und BILD.de nennt schonungslos die Quelle für diese Information: Die Webseite Ufoinfo".

... Viele Ufologen sind inzwischen davon überzeugt, dass „Pine Gap“ eine Ufo-Basis ist, die von der USA den Außer-irdischen zur Verfügung gestellt wird. Angeblich soll es eine Weltregierung geben – eine Regierung aus Vertretern

der Erde und der Außerirdischen.

 

Wen diese Quelle nicht überzeugt - BILD.de legt nach:

...So soll eine frühere Putzfrau berichtet haben, dass sich die unterirdische Anlage angeblich bis zu 13 Kilometer weit erstreckt. ... Es heißt sogar, dass es einen unterirdischen Tunnel gibt, der bis zur Küste Australiens führt und über 2000 Kilometer lang sein soll!"

 

Dann ist ja doch wohl was dran an der Geschichte mit den Aliens in Australien!!!

 

 

Story-Analysen in Vorbereitung:

Lügen Reisejournalisten wirklich?

Buschbrände - ein Segen für TV-Sender!

Pine Gap, Jorn, WPA: Gibt es weitere Mysterien?

 

Den aktuellen CHITCHAT lesen Sie bitte HIER